Bruitus Typeface
Sebastian A. Schmitt

↦  Schriftfamilie, Glyphs, in Arbeit
↦  Betreut von Albert-Jan Pool, Martin Wunderlich ↦  Semesterarbeit M. A. 2017

Die Grundlage für »Bruitus« war ein verpixelter Screenshot, auf dem nur noch einige wenige Eigenschaften der ursprünglichen Schrift zu erkennen waren. Anhand dieser vagen Vorlage wurden die ersten Buchstaben gezeichnet, um die allgemeine Formsprache der Schrift vorzugeben: fließende Übergänge, kontrastreich, unangepasst mit einer leichte Achse. Eine mehr oder weniger aufrechte Italic. Ein gewünschter Bastard, der sich aus mehreren Kategorien bedient. 

Bereits bestehende (in diese Richtung gehende) Beispiele zu betrachten wurde bewusst vermieden, denn die Buchstabenformen sollten sich aus sich selbst entwickeln um ein eigenständiges und in sich kohärentes Bild zu ergeben. Dies führte zu manchmal gewöhnungsbedürftigen Lösungen (siehe das Minuskel g) für die laufend auftretenden Probleme. Trotz seiner Eigenheiten soll Bruitus mehr Arbeitspferd als Marktschreier sein, mehr aufwühlen als glatt streichen. 

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt besteht die »Bruitus«-Familie aus fünf Schnitten, davon zwei von Hand gezeichnet (Light und Bold) und drei Interpoliert (Regular, Medium, Plakat). Jeder enthält 290 Glyphen — mit Sonderzeichen, echten Kapitälchen und mehreren Varianten für Ziffern. 

Da Bruitus den unsteten Präferenzen und dem Lernprozess seines Gestalters gnadenlos ausgeliefert ist, befindet sich die Schrift noch immer in Arbeit und Veränderung. Nächster Schritt: rauer Feinschliff.

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