GUIDAL 
Lisa Maschmeyer, Vincent Steinhart-Besser

↦  Konzept eines Lichtsignals für einen Shared Space
↦  Betreut von Prof. Detlef Rhein ↦  Semesterarbeit M. A. 2017/18

Der Verkehrsraum der Zukunft in Europas Innenstädten wird sich bereits in der nahen Zukunft stark verändern. Schon heute sehen wir in zahlreichen Metropolen und auch gerade kleineren Städten, dass der Stadtkern zunehmend von motorisiertem Individualverkehr befreit wird; alternative Fortbewegungsmittel werden im gleichen Zug gefördert. Neue, wie Elektro-Fahrzeuge, aber auch vor allem jene, welche schon seit über 100 Jahren bekannt sind: Fahrräder. In sogenannten »Shared Spaces« teilen sich Fußgänger, Fahrradfahrer und Lieferverkehr einen Verkehrsbereich, welcher aufgrund der gesunkenen Geschwindigkeit weitgehend ohne konventionelle Zeichen und Signalanlagen auskommt. Fußwege direkt vor den Häusern münden über barrierefreie abgesenkte Bordsteine auf eine hauptsächlich von Fahrradfahrern genutzte Fläche. Diese kann jederzeit von Fußgängern überquert werden. Auf Bedarf soll ein Signal erzeugt werden können, welches einen querenden Teilnehmer besonders hervorhebt, und so für Fahrrad- und Lieferverkehr besser sichtbar macht. 

Dieses System wird in die Straßenbeleuchtung integriert; separate Signalanlagen fallen in den Shared Spaces weg. Anhand einer Lichtmarkierung auf halber Höhe des Laternenmastes ist guidal zu erkennen. Bei Aktivierung wird eine Signalprojektion auf den Boden geworfen, welche mittels motion tracking dem Benutzer folgt, und sich bei Erreichen der anderen Seite einfach auflöst. 

Die Entschleunigung des Verkehrs, zusammen mit reduzierten, klaren Systemen unter der Prämisse eines gleichzeitigen, gleichberechtigten Fortbewegens, stellen ein wünschenswertes Zukunftsszenario für Enge und viel frequentierte Stadtbereiche dar, welches für eine hohe Lebensqualität und einen bewussten Umgang mit Umwelt und öffentlichem Raum steht.

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