Kunst im Licht — Konservierung von Lebenszeit
Eugenia Bakurin, Laura Carlotta Cordt, Sarang Aria, Hyunsuk Yi, Marwin Stindt

↦  HD-Film, H.264 codec, 16 : 9 / 3.44 Min., ausgestellt in der Hamburger Kunsthalle
↦  Betreut von Betreut von Prof. Stephan Sachs ↦  Semesterarbeit B. A. und M. A. 2017/18

Bereits in der ersten Szene wird der Blick nach Außen durch das langsame Schließen von Vorhängen verwehrt. Die Thematisierung von Sehen und Nichtsehen setzt sich auf formaler Ebene in gewählten Motiven, deren Bearbeitung und der Dramaturgie, sowie im Inhalt fort. Verschiedene Fenster mit verschiedenen Ausblicken werden gezeigt. Von dem, was sich hinter der Scheibe befindet, wird die Betrachterin abgelenkt und durch verschiedene Strategien in den Innenraum der Hamburger Kunsthalle zurückgeführt. Dort angekommen, erlebt sie eine klassische Interviewsituation — zwei Restauratorinnen sprechen über ihre Arbeit — durchbrochen von atmosphärischen Aufnahmen. Spiegelungen auf gläsernen Schutzmaterialien, oder bewegte Reflexion auf Gemälden visualisieren das Vergehen von Zeit. Bildstörungen gliedern diese und projizieren die dargestellte Problematik der Vergänglichkeit von Malerei und grafische Kunst auf das Medium des digitalen Films. Der Ton befindet sich im Spannungsverhältnis zwischen Stille, Sprache und wiederkehrenden bedrohlich anmutenden Klangelementen, welche teilweise leicht zeitversetzt zum Bild angeordnet sind. Die Rezipientin soll durch die Irritation beginnen, ihren Seh- und Hörgewohnheiten zu reflektieren. Es wird über den unaufhaltsamen Prozess der Alterung von Werken gesprochen. Virtuell wird die Frage aufgeworfen, ob der Antrieb der Schaffenden in der Vergänglichkeit des Daseins und des daraus resultierenden Wunsches nach Unsterblichkeit liegt. Kunst kann nur im Licht gesehen werden, welches gleichzeitig den Zerfall derselben bedingt. Der Zweck einer Arbeit und ihre Zerstörung sind somit untrennbar aneinander gekoppelt, wie die Existenz mit dem Tod verbunden ist. Die Dinge, die nach dem physischen Tod von der Künstlerin bleiben, vergehen in ihrer Materialität. Was davon bleibt, sind Ideen, die die nach ihnen folgende Zeit beeinflussen.

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