Legilux — Eine charakterstarke Schriftsippe mit Leserlichkeit im Fokus
Antonia M. Cornelius

↦  Schriftsippe bestehend aus einer Antiqua mit optischen Größen in verschiedenen Strichstärken sowie einer Grotesk; eine Serifenbetonte und weitere Varianten sind in Planung; Glyphs
↦  Betreut von Prof. Dr. Norbert M. Schmitz, Albert-Jan Pool ↦  Promotion, 2018

Die »Legilux« ist eine charakterstarke Textschrift-Sippe, deren Fokus auf bestmöglicher Leserlichkeit im Mengensatz liegt. Wesentliche Gestaltungskriterien wie ein ausgewogenes Verhältnis von Strichstärke, Strichstärkenkontrast und Proportionen wurden durch charakteristische Designelemente ergänzt, sodass die Legilux neben ihrer Klarheit durch eine freundliche, zum Lesen einladende Atmosphäre besticht. Derzeit besteht die Schriftsippe aus einer Antiqua und einer Serifenlosen, mit der Erweiterung um eine serifenbetonte Variante (u. a.) wird in Kürze begonnen. 

Die Designmethode des »Optical Scalings« sichert der Antiqua eine gleichbleibende, sehr leserliche Erscheinung unabhängig von der gewählten Schriftgröße, indem spezifisch gestaltete Schriftschnitte den Grenzen unserer Wahrnehmung entgegenwirken. Die fünf optischen Größen der »Legilux Serif« (Caption, Text, Subhead, Headline, Display), die jeweils in sechs bis acht Fettegraden (Light — Heavy) zur Verfügung stehen, bieten einen großen Gestaltungsspielraum für typografisch anspruchsvolle Projekte. 

Die Legilux-Sippe wird Gegenstand einer umfangreichen, empirischen Leserlichkeitsstudie sein, die 2019 gemeinsam mit Björn Schumacher (ebenfalls Doktorand der Muthesius) durchgeführt werden soll. Mittels Lesegeschwindigkeitstests soll hierbei der Einfluss bestimmter Eigenschaften von Schriften auf die Leserlichkeit untersucht werden. Durch den Vergleich spezifischer Varianten innerhalb eines Schriftdesigns ist es möglich, Aspekte wie das Optical Scaling, das Vorhandensein von Serifen oder die Ausprägung des Strichstärkenkontrasts separat zu betrachten und ihre Auswirkung auf das Lesen zu bewerten. Eine erste Vorstudie, die Anfang 2018 mit rund 100 Probanden durchgeführt wurde, zeigte bereits einen positiven Effekt für die Gestaltungsmethode des Optical Scalings.

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