Muthesius Parallax
Jakob Brand, Katharina Graff, Franziska Schneider, Benjamin Unterluggauer, Alex Niggemeyer, Leon Clausen, Sebastian Kommer, Henrieke Neumeyer, Hansol Kim, Nina Weiß

↦  Hybride, multimediale Installation an drei internationalen Orten
↦  Betreut von Prof.in Matylda Krzykowsk ↦  Semesterarbeit B. A. und M. A. 2017/18

Bei »Muthesius Parallax« wird die Bedeutung des heutigen Designausbildungskonzepts in diversen Experimenten und Denkansätzen hinterfragt. Ähnlich wie eine nach dem Parallax-Prinzip gestaltete Website, ein mehrschichtiges Template, entwickelt sich die Installation mäandernd im Raum und über die drei Ausstellungsorte. 

Dabei werden Paradigmen der Designausbildung wie Komplexität, Überlagerung, Vagheit, Interaktion, Offenheit, Partizipation, Digitalität und Vernetzung hinterfragt und eine Anekdote der deutschen Designgeschichte aufgegriffen: die Werkbundkiste.

 Entwickelt wurde das Konzept der Werkbundkiste in den 1950er Jahren durch den Werkbund. Die unterschiedlichen Werkbundkisten enthielten massenproduzierte Haushaltswaren, und zwar funktionale alltägliche Objekte, wie Geschirr oder Küchengeräte. Etwa 80 dieser Kisten wurden als Anschauungsmaterial an Schulen verteilt, um in der vom Wiederaufbau Deutschlands geprägten Umbruchphase des Wirtschaftswunders den utopischen Gedanken der demokratischen, »Guten Form« bei den zukünftigen Konsumenten zu verankern. 

Es ist heute schwer vorstellbar, dass man damals glaubte, anhand einer Kiste voller Haushaltsgegenstände einen nachhaltigen und demokratischen Designgedanken vermitteln zu können. Denn heute schaut man im Design mehr auf den Prozess als auf das Produkt. Was also wäre das aktuelle Format? 

Anstelle von fertigen Produkten zeigt die Gruppe Prozesse, Methoden, Werkzeuge und Haltungen. Die Besucher erleben zum Beispiel einen interaktiven Sandkasten oder tauchen in eine fiktive Landschaft von Mustern und Formen ein. Weitere Positionen nutzen aktuelle Entwurfstechniken wie Augmented oder Virtual Reality sowie Bewegungssensoren. 

Die Preview der Installations-Triologie fand bei der Jerusalem Design Week im Juni 2018 statt. Im Juli zeigt die Gruppe ihre Installation im Rahmen der Jahresausstellung »Einblick/Ausblick« an der Muthesius Kunsthochschule Kiel. Der dritte Ausstellungsort ist die »4. Istanbul Design Biennale« im September 2018.

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