publoo — ein alternatives Toilettensystem für temporäre Großveranstaltungen
Marc Weidemüller

↦  Masterthesis bestehend aus Dokumentation und Modell im Maßstab 1 : 10
↦  Betreut von Prof.in Dr. Annika Frye, Prof. Detlef Rhein ↦ 

»Publoo« ist ein alternatives Toilettensystem für temporäre Großveranstaltungen. Es setzt auf eine komplett modulare Bauweise und ist somit schnell und leicht auf- und abbaubar. Durch das mittig angeordnete Mastermodul, welches den Frisch-, Grau-, und Abwassertank sowie die technischen Systeme (Energieversorgung und Vakuumeinheit) enthält, stellt »publoo« ein autarkes System dar, das nicht auf fixe Wasser- und Abwasserinfrastruktur angewiesen ist. Durch die Möglichkeit, aufkommendes Regenwasser zu sammeln, zusammen mit dem anfallenden Grauwasser als Spülwasser der Toiletten zu verwenden und dem Vakuumspülsystem, hat »publoo« einen extrem geringen Frischwasserverbrauch. Die aufkommenden Fäkalien werden in integrierten, mikrobiellen Brennstoffzellen direkt in elektrische Energie umgewandelt. Die übriggebliebenen Fäkalien werden abtransportiert und in Biogasanlagen weiterverarbeitet oder kompostiert. 

Ein offenes Kabinenkonzept und integrierte Lichtflächen sorgen für eine helle, freundliche und gut belüftete Toilettenkabine. Eine weitere Besonderheit der Kabinen stellen die Türen dar, da sie im neutralen Zustand immer geöffnet sind und nur bei Benutzung der Toilette von innen verschlossen werden können. Sobald man die Toilette wieder verlässt, bleiben die Türen bis zur nächsten Benutzung geöffnet. Dieses Türkonzept dient zum Einen dazu, die Verschmutzung der Toiletten zu vermeiden, da man die besuchte Toilette sichtbar für die anderen Besucher hinterlässt und zum Anderen als Indikator, ob eine Toilette besetzt ist oder nicht. Die Toilettenbenutzung und das Händewaschen funktionieren dank integrierter Näherungssensoren komplett berührungslos. Um eine Verschmutzung der Toiletten durch Falschbenutzung vorzubeugen verfügt publoo über eine neu gestaltete Toilettenform. Die Form folgt dem Winkel der Hover-Position, die viele Menschen auf öffentlichen Toiletten einnehmen um den direkten Hautkontakt mit der vermeintlich verschmutzten Toilettenbrille zu vermeiden.

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