Raummöbel
Angelika Löhr

↦  Modell 1 : 10 zum Thema »Shifting Boundaries«
↦  Betreut von Prof. Christian Teckert, Prof. Manfred Schulz, Prof. Detlef Rhein ↦  Semesterarbeit M. A. 2017

Räume in Japan haben eine andere Bedeutung als in der westlichen Kultur. Durch bewusstes Weglassen von Objekten wird der Sinn dessen wahrnehmbarer und der Betrachter kann sich daran mehr erfreuen, bzw. sich mehr darauf konzentrieren. Durch modulare Wände werden dort neue Räume geschaffen und ihre Bedeutung verändert sich. Der Raum wird zu einem mehr öffentlichen oder mehr privatem Umfeld. Aus diesen Impressionen der Japan Exkursion entwickelte sich dieses Projekt. Das Raummöbel kann den Raum um sich herum entweder einbeziehen oder abschirmen. Durch Auf- oder Zuziehen der Stoffe wird der eigene Blick gerichtet und die Bedeutung des anfokussierten Gegenstands verändert sich. 

Das Raummöbel ist in gewissem Maße ein Wahrnehmungsapparat, der einem helfen kann, sich zu fokussieren. Ebenfalls führt der Raum im Raum zu einer neuen Wahrnehmung in Blick und Handhabung. So kann eine Aktion wie z. B. das Meditieren, das Raummöbel definieren. Die halbtransparenten Stoffwände bilden eine durchlässige Grenze zwischen dem Inneren des Raummöbel und dem umliegenden Raum. Durch Hinzufügen von individuellen Gegenständen kann auch die Bedeutung des Raummöbel verändert werden und so ein Rückzugsort oder ein Ausstellungsort geschaffen werden. Die auf den Menschen angepasste Dimensionierung des Raummöbel eröffnet viele Möglichkeiten zur kreativen Nutzung, genauso wie die verwendeten durablen Materialien. 

So kann das Raummöbel mehr werden als nur ein Rückzugsort zur Konzentration auf sich Selbst oder seine Umwelt.

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