Schallplattenmuseum Nortorf — ZeitSchnitt
Fadile Ilbas, Carolin Reinert

↦  Wettbewerbsbeitrag, Konzeption und Neugestaltung des Museums Nortorf
↦  Betreut von Prof.in Dagmar Schork, Michael Ziercke ↦  Semesterarbeit B. A. 2017/18

Beim Betreten des alten Kesselhauses der Teldec fällt dem Besucher sofort die hohe und geschwungene Form der Membran auf. Das Gebäude steht hierbei im starken Kontrast zu dem zarten und feingliedrigen Textil. Der Industriecharakter des Gebäudes mit seinen Ecken und Kanten hebt somit die weiche, geschwungene Form hervor und setzt sie in den Mittelpunkt.

Nun hat der Besucher die Wahl, ob er sich zuerst mit einem Kaffee in die Sitzlounge in der Mitte des Raumes niederlässt oder er direkt den Rundgang rings um die geschwungene Membran antreten möchte. Entscheidet er sich für den Rundgang, wird er durch den Zeitstrahl auf der Membran zu einer Reise durch die Geschichte der Schallplatte mitgenommen. 

Über die an der Seite liegenden Treppe gelangt der Besucher danach in das Obergeschoss und somit in die Schallplatten-Sitzlounge der Ausstellung. Hier kann nach den vielen Reizen des Erdgeschosses in entspannter Atmosphäre in verschiedene Schallplatten hineingehört werden. Über die dort positionierten Schallplattenspieler mit Kopfhörern, können die Eltern in ihrer Jugend schwelgen und die Kinder alte Lieder neu entdecken. Sobald wieder genug Energie getankt worden ist, beginnt der Besucher den Abstieg in das Kellergeschoss. In der dort schummrigen Atmosphäre wird die Dunkelheit nur durch die leuchtende Membran und die Festkörper durchschnitten. Die Membran steigt an dieser Stelle nicht nur in die Höhe, sondern kragt an der Schnittstelle mit den Stützen des Gebäudes in den Raum hinein. Sie ummantelt und verschmilzt mit der vorhanden Konstruktion. 

In der zweiten Hälfte des Gebäudes wechselt der Inhalt der Ausstellung. Die sonst transluzente Wand transformiert sich durch Licht und Schatten zur opaken Wand. Sie erklärt in Verbindung mit den zugehörigen Maschinen wie eine Schallplatte hergestellt wird. Die letzte Station stellt der verborgene Lichtraum dar. Nur der aufmerksame Besucher kann durch die Leuchtfuge anstelle des ehemaligen Wasserkanals diesen Raum finden — den Lichtraum.

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